Lichtplatten

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Materialien, Einsatzbereiche und Eigenschaften

Lichtwellplatten sind transparente oder transluzente Wellplatten aus Kunststoff, die vor allem als leichte Dach- und Wandverkleidungen eingesetzt werden. Durch ihr wellenförmiges Profil sind sie stabil und können Tageslicht einlassen, wodurch überdachte Bereiche hell und freundlich bleiben.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Metalldächern bieten Lichtwellplatten Schutz vor Witterung, ohne die Verbindung zur Natur zu verlieren. Sie bestehen meist aus Polyvinylchlorid (PVC), Acrylglas (PMMA) oder Polycarbonat (PC).

Jedes Material hat spezifische Vorteile und technische Eigenschaften, die es für bestimmte
Zwecke besonders geeignet machen.

Typische Einsatzbereiche

Lichtwellplatten sind vielseitig einsetzbar. Hier einige der häufigsten Einsatzbereiche:

  • Terrassenüberdachungen und Carports: Schaffen Sie einen geschützten Außenbereich oder stellen Sie Ihr Auto wettergeschützt ab, während trotzdem viel Licht einfällt. Gerade Terrassendächer aus Lichtplatten ermöglichen es, bei Regen draußen zu sitzen – man bleibt trocken und genießt dennoch die Helligkeit des Tages.

  • Wintergärten und Gewächshäuser: In Wintergärten oder Gewächshäusern sind hohe Lichtdurchlässigkeit und UV-Beständigkeit wichtig. Lichtwellplatten aus Acryl oder Polycarbonat eignen sich hier ideal, da sie nahezu so klar wie Glas sind und Pflanzen reichlich Sonnenlicht erhalten.

  • Vordächer und Überdachungen: Für Eingangsüberdachungen (Vordächer) oder Pergolen bieten Lichtplatten Schutz vor Niederschlag, ohne den Eingangsbereich zu verdunkeln. Dank des geringen Gewichts der Kunststoffplatten kann oft eine leichte Unterkonstruktion ausreichen.

  • Landwirtschaft und Industriehallen: In Ställen, Scheunen oder Hallen werden Lichtplatten als Lichtbänder im Dach oder an Wänden eingesetzt, um Tageslicht hereinzuholen. Insbesondere PVC-Wellplatten kommen in Viehställen zum Einsatz, da sie ammoniakbeständig sind und durch Gase (z.B. aus Gülle) nicht angegriffen werden. Auch Lagerhallen und Werkstätten profitieren von günstigen PVC-Lichtplatten zur natürlichen Belichtung.

  • Gartenhäuser und Schuppen: Für Geräteschuppen, Gewächshäuser im Kleingarten oder andere DIY-Projekte sind Lichtwellplatten beliebt, da sie einfach zu verarbeiten und vergleichsweise preiswert sind. So erhält man eine schnelle, lichtdurchlässige Überdachung etwa für Holzlager, Fahrradunterstände oder Frühbeete.
Materialwahl

Aktuell sind Lichtwellplatten in drei Kunststoffen erhältlich: PVC, Polycarbonat und Acrylglas (Plexiglas). Im Folgenden werden die technischen Eigenschaften, Vorteile und Nachteile der einzelnen Materialien detailliert beschrieben. So finden Sie das passende Material für Ihr Projekt.

Polycarbonat-Wellplatten (PC) – robust und schlagzäh

Polycarbonat gilt als hochwertiges und äußerst robustes Material für Lichtplatten. Es ist
enorm schlagzäh – bis zu 250× bruchsicherer als Glas – und dadurch praktisch unzerbrechlich bei normaler Belastung, selbst Hagel kann
diesen Platten kaum etwas anhaben.

Polycarbonat-Wellplatten sind außerdem flexibel und biegsam, was sogar gewölbte Überdachungen
ermöglicht. Weitere Vorteile sind die hohe Temperaturbeständigkeit (dauerhaft ca. -40 bis +120 °C ohne Verformung) sowie gute Brandschutzeigenschaften (Polycarbonat gilt als schwer entflammbar).

Die Lichtdurchlässigkeit liegt bei klaren Polycarbonatplatten bei etwa 88 %,
also sehr hell. Mit einer werksseitigen UV-Schutzbeschichtung vergilben Polycarbonatplatten auch über Jahre kaum.

Den wenigen Nachteilen von Polycarbonat gehören der höhere Preis (preislich im Mittelfeld zwischen PVC und Acryl) sowie eine gewisse Kratzempfindlichkeit: Ohne spezielle harte Beschichtung können Polycarbonatplatten relativ leicht verkratzen.

Außerdem ist Polycarbonat nicht ammoniakbeständig, daher für Viehställe weniger geeignet, da Ammoniakdämpfe das Material auf Dauer beschädigen können. In der Praxis geben Hersteller auf Polycarbonat-Wellplatten häufig rund 10 Jahre Garantie gegen Hagelschäden – ein Hinweis auf die außergewöhnliche Schlagfestigkeit.

Typische Verwendung: Wegen ihrer Stabilität und
Langlebigkeit sind Polycarbonat-Wellplatten ideal für anspruchsvolle,
dauerhafte Überdachungen, z.B. Terrassendächer, Carports, Wintergärten oder
größere Vordächer, bei denen hohe Belastbarkeit (Wind, Schnee, Hagel) gefragt ist.
Wer also eine hochwertige und nahezu unzerbrechliche Lichtplatte sucht, ist mit
Polycarbonat gut beraten.

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Acrylglas-Wellplatten (PMMA) – glasklare Optik und UV-beständig

Acrylglas (Polymethylmethacrylat, bekannt unter dem Markenname Plexiglas) zeichnet sich vor allem
durch seine glasklare Transparenz und optische Brillanz aus. Klare Acryl-Wellplatten erreichen eine Lichtdurchlässigkeit von bis zu 92 % und sehen nahezu aus wie echtes Glas, ideal, wenn maximale Helligkeit und ansprechende Optik im Vordergrund stehen.

Acrylglas vergilbt nicht, da es von Natur aus UV-beständig ist; hochwertige Platten bleiben über Jahrzehnte klar. So werden vom Hersteller oft Garantien bis zu 30 Jahren auf UV-Stabilität gegeben, was die außergewöhnliche Witterungsbeständigkeit unterstreicht.

Acryl-Wellplatten sind zudem steifer als PVC und Polycarbonat. Ihre Oberfläche ist härter und
damit etwas kratzfester als Polycarbonat. Auch in verschiedenen Tönungen (z.B.
Bronze) oder mit Struktur erhältlich, verbinden sie Funktion mit Ästhetik.

Allerdings ist Acrylglas spröder als Polycarbonat. Bei starken Schlägen oder Hagel kann es
eher brechen (es ist aber immer noch deutlich bruchfester als normales Glas).
Besonders bei Kälte wird Acryl etwas anfälliger und kann dann leichter reißen.

Aufgrund der hohen Steifigkeit müssen Acryl-Wellplatten spannungsfrei montiert werden: Eine
stabile Unterkonstruktion (Metall, Leimbinder oder hochwertiges KVH-Holz) ist
wichtig, da unbehandeltes Holz sich bei Temperatur- und Feuchteschwankungen
verziehen kann.

Auf arbeitendem Bauholz können sonst Spannungen Risse im Acryl verursachen. Zudem liegt der
Preis von Acrylglas im Vergleich über dem von PVC und meist sogar oberhalb von Polycarbonat – man zahlt für die Optik und Langlebigkeit
einen Aufpreis.

Typische Verwendung: Acrylglas-Wellplatten kommen vor allem bei anspruchsvollen Bauvorhaben zum Einsatz, wo eine edle Glas-Optik und hohe Transparenz gewünscht sind.

Beispiele sind hochwertige Terrassenüberdachungen, moderne Vordächer, Lichtkuppeln oder
stilvolle Wintergärten, bei denen die Platte quasi unsichtbar sein soll. Dank
langer Lebensdauer und Klarheit eignen sie sich für dauerhafte Lösungen, an die
optisch hohe Anforderungen gestellt werden.

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PVC-Wellplatten – günstig und chemisch beständig

PVC (Polyvinylchlorid)-Wellplatten sind die preisgünstigste Option unter den
Lichtplatten. Sie lassen sich sehr einfach zuschneiden, bohren und montieren –
ideal für Heimwerker und unkomplizierte Projekte. PVC ist ein relativ weiches
Material, was die Verarbeitung erleichtert.

Trotzdem bieten PVC-Lichtplatten eine ordentliche Lichtdurchlässigkeit von bis zu ca. 85 % (bei klarer Ausführung),
sodass genügend Tageslicht unter dem Dach ankommt. Ein weiterer Pluspunkt ist
die hohe chemische Beständigkeit von Hart-PVC gegenüber vielen Säuren, Laugen
und Gasen. So greift Ammoniak (aus z.B. Tierexkrementen) PVC nicht an, weshalb Viehhalter und
Landwirte PVC-Lichtplatten gerne als Lichtbänder in Ställen nutzen. Zudem ist
PVC von Natur aus schwer entflammbar (selbsterlöschend), was in manchen
Anwendungen im Innenraum von Vorteil sein kann.

Den Nachteilen nach ist PVC am wenigsten schlagfest der drei Materialien. Es ist stoß- und
hagelempfindlich – schon kräftiger Hagel oder höhere Schneelast kann
PVC-Wellplatten beschädigen.

Die Lebensdauer ist begrenzt: viele Hersteller geben nur etwa 5 bis 10 Jahre Garantie auf
PVC-Lichtplatten, da sie mit der Zeit verspröden können. Ohne UV-Schutz neigt
PVC außerdem zum Vergilben in der Sonne. Hochwertige Ausführungen enthalten
allerdings UV-Stabilisatoren, um die Alterung hinauszuzögern.

Auch in Sachen Steifigkeit sind PVC-Platten weicher und flexibler, weshalb bei der Montage
engere Abstände der Unterkonstruktion eingeplant werden sollten, damit sich die
Platten nicht durchbiegen.

Typische Verwendung: PVC-Wellplatten eignen
sich gut für preisbewusste, einfache Überdachungen ohne extreme Belastungen.
Dazu zählen Gartenlauben, Holzschuppen, kleine Carports, Unterstände im
Kleingarten oder provisorische Dachlösungen, bei denen geringere Kosten im Vordergrund
stehen.

In landwirtschaftlichen Nutzbauten (z.B. Gewächshäuser, Folientunnel,
Geräteschuppen) werden sie ebenfalls häufig eingesetzt. Kurz: Überall dort, wo
Budget wichtiger ist als maximale Stabilität, sind PVC-Lichtplatten eine
zweckmäßige Lösung.

Zubehör

Für eine fachgerechte Montage Ihrer Lichtwellplatten gibt es passendes Zubehör, das für Dichtigkeit und Haltbarkeit sorgt. Wichtig sind vor allem die richtigen Befestigungsmittel: In der Regel verwendet man verzinkte oder Edelstahl-Spenglerschrauben mit Dichtungsringen, um die Platten auf der Unterkonstruktion zu fixieren.

Diese Schrauben verhindern das Eindringen von Wasser an den Befestigungspunkten. Je nach Lattenprofil und Material kommen zusätzlich Abstandhalter oder Kalotten zum Einsatz. Abstandhalter sind kleine Distanzstücke aus Kunststoff, die zwischen Platte und Unterkonstruktion gesetzt
werden, sodass beim Anziehen der Schrauben die Wellplatte nicht gequetscht wird.

Kalotten sind breite Auflageplatten (oft aus Aluminium oder Kunststoff) für den Wellenberg,
die bei stärkeren Platten ab ca. 2,5 mm (z.B. Acryl oder extra schlagfestes
Polycarbonat) verwendet werden. Sie verteilen den Druck der Schraube auf eine
größere Fläche und verhindern Rissbildung an der Bohrstelle.

Des Weiteren empfiehlt sich Profilfüller (passende Schaumstoff- oder Kunststoffstücke in
Wellenform), um offene Hohlräume an den Plattenenden – etwa am Dachfirst oder
Traufabschluss – auszukleiden. Diese Füllprofile halten Feuchtigkeit, Schmutz
und Insekten davon ab, unter die Platte zu gelangen. Für Anschlüsse an Wände
oder am First gibt es spezielle Anschlussprofile (Wandanschluss-Schienen,
Firsthauben), die eine dichte Verbindung ermöglichen.

Schließlich sollten alle Bohrlöcher etwas größer als die Schrauben sein, um den Materialien
die nötige thermische Ausdehnung zu erlauben – so vermeiden Sie Spannungen und
Verformungen bei Temperaturwechseln.

Mit dem richtigen Zubehör und einer sorgfältigen Montage wird Ihre neue Überdachung aus
Lichtwellplatten dauerhaft stabil, dicht und sicher funktionieren.

Fazit

Lichtwellplatten bieten eine hervorragende Möglichkeit, Dächer lichtdurchflutet und wetterfest
zu gestalten – ob im Garten, am Haus oder im Gewerbebau. Bei der Materialwahl
kommt es auf den Einsatzzweck an: PVC-Platten punkten durch niedrigen Preis und
einfache Verarbeitung für einfache Projekte.

Polycarbonat-Wellplatten sind ideal, wenn hohe Schlagfestigkeit und Langlebigkeit – etwa für dauerhafte
Terrassendächer oder Carports – gefordert sind. Acrylglas-Wellplatten
überzeugen schließlich dort, wo maximaler Lichteinfall und edle Optik gefragt
sind, zum Beispiel bei hochwertigen Überdachungen und Wintergärten.

Mit dem passenden Zubehör und einer sachgerechten Montage können alle drei
Materialtypen ihre Stärken ausspielen und Ihnen ermöglichen, zu jeder
Jahreszeit den Aufenthalt im Freien geschützt und hell zu genießen.

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